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Herz-Killer Zucker - warum gesüßte Getränke Gift für unser Herz sind

Gernot Winteregger 3 Min. Lesezeit 618. August 2025
Herz-Killer Zucker - warum gesüßte Getränke Gift für unser Herz sind
Zucker ist ein unterschätzter Herz-Killer. Aktuelle Studien belegen ein deutlich erhöhtes Risiko durch Softdrinks & Co und zeigen klare Handlungsempfehlungen auf. Zucker galt lange Zeit vor allem...

Zucker ist ein unterschätzter Herz-Killer. Aktuelle Studien belegen ein deutlich erhöhtes Risiko durch Softdrinks & Co und zeigen klare Handlungsempfehlungen auf.

Zucker galt lange Zeit vor allem als Dickmacher und Diabetes-Risikofaktor – doch inzwischen zeigt sich immer deutlicher, dass er auch eine zentrale Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt. Bereits 2014 veröffentlichte JAMA Internal Medicine die bahnbrechende Studie “Added Sugar Intake and Cardiovascular Diseases Mortality Among US Adults”. Darin zeigte sich: Wer 25 % oder mehr seiner täglichen Kalorien aus zugesetztem Zucker bezieht, stirbt mehr als doppelt so häufig an Herzkrankheiten wie Menschen mit unter 10 % Zuckerzufuhr – und das völlig unabhängig von Gewicht, Bewegung oder Cholesterin.

Seitdem hat sich die Datenlage deutlich erweitert. Eine globale Analyse in Nature Medicine mit dem Titel “Burdens of type 2 diabetes and cardiovascular disease attributable to sugar-sweetened beverages in 184 countries” schätzt, dass im Jahr 2020 allein durch den Konsum zucker­gesüßter Getränke 1,2 Millionen neue Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht wurden – das entspricht etwa 3,1 % aller Neuerkrankungen weltweit.

Eine umfassende Übersichtsarbeit im BMJ formuliert es etwas allgemeiner, aber nicht minder deutlich: Umbrella-Review: “Association between free sugars and health outcomes…“ (2023) bestätigt, dass hohe Mengen an freiem oder zugesetztem Zucker negativ auf Blutdruck, Blutfette und Stoffwechsel wirken – und fordert eine klare Begrenzung des Konsums.

Selbst körperliche Aktivität schützt nicht ausreichend: Eine groß angelegte Analyse in der American Journal of Clinical Nutrition (2024), “Sugar-sweetened beverages and cardiovascular risk independent of physical activity”, zeigt, dass SSBs das Herzrisiko deutlich erhöhen – unabhängig davon, wie viel man sich bewegt.

Auch vermeintlich „gesündere“ Alternativen bleiben unter Beobachtung: Eine Meta-Analyse im Nutrition Journal (2024), “Artificially sweetened beverages and risk of all-cause and cardiovascular mortality…”, beschreibt einen leicht erhöhten Zusammenhang zwischen Light-Getränken und Herz-Kreislauferkrankungen – wenngleich die Wirkung deutlich schwächer ist als bei zuckerhaltigen Getränken.

Doch es gibt Hoffnung: Eine prospektive Kohortenstudie im BMJ (2023), “Beverage consumption and mortality among adults with type 2 diabetes”, dokumentiert, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, die zuckerhaltige Getränke durch Wasser, Tee oder Kaffee ersetzen, signifikant geringere Risiken für Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit aufweisen.

Mechanistisch untermauert wird der Zusammenhang durch experimentelle Studien. So zeigt eine RCT in Clinical Nutrition ESPEN (2022), “Effects of fructose restriction on blood pressure: Secondary analysis of a double-blind randomized controlled trial”, dass eine sechswöchige Reduktion der Fruktosezufuhr den diastolischen Blutdruck messbar senkt – insbesondere bei hoher Salzaufnahme. Ergänzend berichtet ein Übersichtsartikel in Frontiers in Medicine (2022), “Fructose Intake, Hypertension and Cardiometabolic Risk Factors…“, dass Fruktose in der Leber die Bildung schädlicher Fette fördert – mit Folgen wie erhöhten Triglyzeridwerten, Fettleber und Insulinresistenz.

Auf dieser Basis empfehlen Gesundheitsexperten klare Grenzen: Die American Heart Association rät zu maximal 6 Teelöffeln Zucker pro Tag für Frauen, 9 für Männer – eine Menge, die bereits durch eine Dose Softdrink erreicht ist. Die WHO setzt die Obergrenze bei 10 % der täglichen Kalorien aus freiem Zucker, idealerweise sogar unter 5 %. Viele Menschen, besonders Jugendliche, überschreiten diese Werte deutlich, vor allem durch Softdrinks und süße Snacks.

In Summe machen zugespitzte Beobachtungen und mechanistische Befunde deutlich: Zucker ist kein reines Kalorienproblem, sondern ein eigenständiger Risiko-Faktor – vor allem als Zucker in Getränken. Softdrinks, Eistees oder gesüßte Fruchtsäfte liefern schnelle Kalorien, sättigen kaum und erhöhen Blutdruck sowie Leberfett. Der einfachste Weg, das Herz zu schützen: Softdrinks konsequent durch Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee ersetzen.

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