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Natürlich durch die Schwangerschaft: Heilpflanzen für mehr Wohlbefinden in sensiblen Monaten
Andrea Peschitz 4 Min. Lesezeit 32. Juli 2025
Die Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich – und oft auch Beschwerden wie Übelkeit, Verdauungsprobleme oder Schlafstörungen. Viele werdende Mütter suchen nach natürlichen Alternativen zu...
Die Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich – und oft auch Beschwerden wie Übelkeit, Verdauungsprobleme oder Schlafstörungen. Viele werdende Mütter suchen nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Medikamenten. Doch bei aller Liebe zur Natur: Pflanzlich bedeutet nicht automatisch ungefährlich.
Der Mythos der harmlosen Natur: Warum Vorsicht geboten ist
Heilpflanzen können während der Schwangerschaft durchaus wertvolle Dienste leisten – aber sie sind nicht per se sicher. Viele Kräuter und pflanzliche Präparate enthalten bioaktive Substanzen, die Wehen auslösen, die Plazenta durchdringen oder den Hormonhaushalt beeinflussen können. Während der Schwangerschaft ist besondere Achtsamkeit geboten: Auch bekannte und bislang gut vertragene Phytopharmaka sollten vor der Verwendung stets auf ihre Unbedenklichkeit für Mutter und Kind geprüft werden. Aus diesem Grund haben Experten umfassende Datensammlungen erstellt, die sichere von bedenklichen Heilpflanzen unterscheiden.Bewährte Helfer: Diese Heilpflanzen gelten als sicher
Ingwer: Der sanfte Begleiter gegen Übelkeit
Ingwer gilt als eines der am besten untersuchten natürlichen Mittel gegen Übelkeit in der Schwangerschaft. Mehrere klinische Studien mit fast 1000 Schwangeren ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Die Anwendung ist in allen Schwangerschaftsphasen möglich – allerdings sollten Sie die Dosierung im Blick behalten. Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass die Anwendung von Ingwer bei leichten Formen von Übelkeit und Erbrechen wirksam sein kann. Ob als Tee, Kapsel oder frische Knolle – wichtig ist, dass Sie nicht übertreiben. Eine zeitliche Begrenzung auf etwa zwei Wochen wird empfohlen, um Nebenwirkungen wie Sodbrennen zu vermeiden.Weitere sichere Begleiter in der Schwangerschaft
Brennnessel, Frauenmantel und Ringelblume gehören zu den Heilpflanzen, die sich besonders gut für die Anwendung in der Schwangerschaft eignen (Buchtipp). Brennnesselblätter als Tee können beispielsweise bei Wassereinlagerungen helfen, während Ringelblumensalbe äußerlich angewendet bei Hautproblemen Linderung verschafft. Melisse und Hopfenblüten sind ebenfalls sanfte Helfer, die bei Unruhe und Schlafproblemen unterstützend wirken können. Auch Kamille – sowohl innerlich als Tee als auch äußerlich für Waschungen – gilt als gut verträglich.Rote Flaggen: Diese Heilpflanzen sollten Sie meiden
Nicht alle Kräuter sind schwangerschaftstauglich. Besonders vorsichtig sollten Sie bei durchblutungsfördernden Pflanzen sein, da diese Wehen auslösen können. Hierzu gehören: Rosmarin, Beifuß, Raute, Wacholder, Petersilienwurzel, Thuja, Gelbwurz & Mutterkraut. Auch bei schwächer durchblutungsfördernden Kräutern ist Zurückhaltung geboten: Engelwurz, Zimt, Gänseblümchen, Eisenkraut, Salbei, Thymian, Majoran, Liebstöckel und Basilikum sollten Sie während der Schwangerschaft nur sehr sparsam verwenden.Moderne Trends kritisch betrachtet
Auch bei aktuell beliebten Adaptogenen wie Ashwagandha ist Vorsicht angesagt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aktuell (September 2024), Ashwagandha in der Schwangerschaft und Stillzeit mit Blick auf die momentane Datenlage nicht einzunehmen.Praktische Anwendung: So nutzen Sie Heilpflanzen sicher
Die richtige Dosierung macht den Unterschied
Bei der Anwendung von Heilpflanzen in der Schwangerschaft gilt: weniger ist mehr. Beginnen Sie immer mit geringen Mengen und beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert. Ein Ingwertee aus ein bis zwei dünnen Scheiben frischer Ingwerwurzel ist beispielsweise völlig ausreichend.Qualität vor Quantität
Achten Sie auf hochwertige Produkte von seriösen Herstellern. Bio-Qualität ist hier besonders wichtig, da Schadstoffe während der Schwangerschaft noch kritischer sind als sonst. Bei Fertigpräparaten sollten Sie die Inhaltsstoffe genau prüfen und auf standardisierte Extrakte setzen.Timing und Dauer beachten
Viele schwangerschaftstaugliche Heilpflanzen sollten nicht dauerhaft angewendet werden. Ingwer beispielsweise wird für maximal zwei Wochen am Stück empfohlen. Machen Sie dann eine Pause, bevor Sie die Anwendung bei Bedarf wiederholen.Wann professionelle Hilfe nötig ist
Heilpflanzen können eine wunderbare Unterstützung sein, ersetzen aber nicht die medizinische Betreuung. Bei anhaltender Übelkeit, die zu Gewichtsverlust führt, bei Blutungen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen sollten Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Hebamme konsultieren. Auch bei der Auswahl und Dosierung von Heilpflanzen kann professionelle Beratung hilfreich sein. Viele Hebammen haben fundierte Kenntnisse in der Phytotherapie und können individuell passende Empfehlungen geben.Natürlich ja, aber mit Verstand
Heilpflanzen können werdende Mütter auf natürliche Weise unterstützen – vorausgesetzt, sie werden mit dem nötigen Respekt und Wissen angewendet. Die Schwangerschaft ist keine Zeit für Experimente, sondern für bewährte, gut erforschte pflanzliche Helfer wie Ingwer, Kamille oder Melisse. Informieren Sie sich gründlich, beginnen Sie mit niedrigen Dosierungen und scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ihre Hebamme oder Ihr Arzt können Ihnen dabei helfen, die richtige Balance zwischen natürlicher Unterstützung und medizinischer Sicherheit zu finden. Denn letztendlich geht es darum, dass Sie und Ihr Baby gesund durch diese besondere Zeit kommen – mit der sanften Kraft der Natur als Verbündete, nicht als Risiko.Newsletter abonnieren
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