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Plastik in der Schwangerschaft erhöht Asthmarisiko bei Kindern erheblich
Andrea Peschitz 5 Min. Lesezeit 314. Juli 2025
Eine neue internationale Studie mit über 5.300 Kindern zeigt: Frühe Belastung mit Weichmachern aus Plastik kann das Asthmarisiko bei Kleinkindern deutlich erhöhen. Die Ergebnisse werfen wichtige...
Eine neue internationale Studie mit über 5.300 Kindern zeigt: Frühe Belastung mit Weichmachern aus Plastik kann das Asthmarisiko bei Kleinkindern deutlich erhöhen. Die Ergebnisse werfen wichtige Fragen über die Sicherheit alltäglicher Produkte auf.
Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Phthalaten und Bisphenolen – Chemikalien, die in Shampoos, Spielzeug und Lebensmittelverpackungen vorkommen – und der Entwicklung von Asthma bei Kindern unter fünf Jahren. Das Ergebnis ist alarmierend: Bereits eine geringe Erhöhung der Belastung mit bestimmten Weichmachern während der Schwangerschaft steigert das Asthmarisiko um sechs bis acht Prozent.
Die Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology" veröffentlicht wurde, vereint Daten aus vier großen Langzeitstudien aus Australien, Kanada und den USA. Forscher analysierten Urinproben von schwangeren Frauen und Kleinkindern und verfolgten die Gesundheitsentwicklung der Kinder über Jahre hinweg. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Mikroplastik-Belastung und verschiedenen Atemwegserkrankungen.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass alle untersuchten Kinder messbare Mengen an Phthalaten im Urin aufwiesen. Diese Chemikalien sind in unserem Alltag praktisch allgegenwärtig – von Kosmetikprodukten über Spielzeug bis hin zu Verpackungen. Die Studie zeigt, dass eine Verdopplung der Belastung mit Dibutylphthalat (DBP) und Butylbenzylphthalat (BBzP) das Asthmarisiko um sechs bis acht Prozent erhöht.
https://twitter.com/JExpSciEnvEpi/status/1942171179818586387
Weichmacher belasten bereits Ungeborene
Die Forschungsergebnisse machen deutlich, dass der Schutz vor Plastikbelastung bereits in der Schwangerschaft beginnen muss. Prenatal exposure to dibutyl phthalates (DBP) and butyl benzyl phthalate (BBzP) is associated with a higher risk of asthma in children under five. Diese Weichmacher gelangen über die Plazenta zum Ungeborenen und können dort bereits die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Die Studienergebnisse zeigen, dass der Zeitpunkt der Belastung entscheidend ist. Besonders die Exposition während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels scheint kritisch zu sein. In dieser sensiblen Phase entwickeln sich die Lungenfunktion und das Immunsystem des Kindes, wodurch schädliche Umwelteinflüsse besonders schwerwiegende Folgen haben können. Dr. Peter Sly, einer der Studienautoren, betont die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die Präventionsmedizin. Die Forschung zeigt, dass nicht nur die Menge der Belastung, sondern auch die Kombination verschiedener Chemikalien problematisch ist. Eine Erhöhung der Gesamtbelastung mit Phthalaten um ein Viertel steigert das Risiko für Giemen bei Kindern um 14 Prozent. Neben Asthma wurden auch andere Atemwegserkrankungen untersucht. Mono-(3-carboxypropyl)phthalat (MCPP), einer der häufigsten Phthalat-Metaboliten, war mit einem fünf Prozent höheren Risiko für Rhinitis verbunden. Diese Entzündung der Nasenschleimhaut ist oft ein Vorläufer für Asthma und andere allergische Erkrankungen.Alltägliche Produkte als Gesundheitsrisiko
Die Plastikbelastung beginnt nicht erst nach der Geburt. Bereits im Mutterleib sind Kinder einer Vielzahl von Umweltgiften ausgesetzt, die das spätere Asthmarisiko beeinflussen können. Phthalate und Bisphenole wirken als endokrine Disruptoren, die das Hormonsystem stören und lebenslange Auswirkungen haben können. Besonders problematisch ist, dass diese Chemikalien in Produkten vorkommen, die täglich verwendet werden. Shampoos, Duschgels, Spielzeug, Lebensmittelverpackungen und sogar Kleidung können Weichmacher enthalten. Die Aufnahme erfolgt über die Haut, durch Einatmen oder über die Nahrung. Kleinkinder sind besonders gefährdet, da sie häufig Gegenstände in den Mund nehmen. Die Studie untersuchte auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Während die Effekte bei Jungen und Mädchen ähnlich waren, zeigten sich bei bestimmten Phthalaten stärkere Auswirkungen auf männliche Kinder. Dies könnte mit unterschiedlichen Entwicklungsmustern des Immunsystems zusammenhängen. Ein überraschendes Ergebnis war, dass hochmolekulare Phthalate paradoxerweise mit einem geringeren Ekzem-Risiko verbunden waren. Die Forscher vermuten, dass Kinder mit Hauterkrankungen möglicherweise mehr Pflegeprodukte verwenden, was die Studienergebnisse verfälschen könnte.Schutzmaßnahmen für Familien
Angesichts der Studienergebnisse stellt sich die Frage, wie Familien ihre Kinder vor schädlichen Plastikchemikalien schützen können. Experten empfehlen eine Kombination aus bewusster Produktauswahl und politischen Maßnahmen. Bereits kleine Veränderungen im Alltag können die Belastung deutlich reduzieren. Schwangere Frauen sollten besonders auf phthalatfreie Kosmetikprodukte achten. Viele Hersteller bieten inzwischen Alternativen ohne bedenkliche Weichmacher an. Auch bei Spielzeug und Babyprodukten lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Produkte mit dem Siegel "phthalatfrei" oder "BPA-frei" sind eine gute Wahl. Die Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Plastikverpackungen sollten nicht in der Mikrowelle erhitzt werden, da sich dabei verstärkt Weichmacher lösen können. Glascontainer oder keramische Behälter sind für die Aufbewahrung von Lebensmitteln die bessere Wahl. Regelmäßiges Lüften hilft, die Konzentration von Schadstoffen in der Raumluft zu reduzieren. Viele Plastikprodukte dünsten kontinuierlich Chemikalien aus, die sich in geschlossenen Räumen ansammeln können. Besonders in Kinderzimmern ist auf eine gute Belüftung zu achten. Die Forschung zeigt auch, dass Stillen einen gewissen Schutz bieten kann. Muttermilch enthält Antikörper und andere Substanzen, die das Immunsystem des Kindes stärken und möglicherweise vor den schädlichen Auswirkungen von Umweltgiften schützen.Frühe Prävention ist entscheidend
Die neue Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Kinder bereits vor der Geburt vor schädlichen Plastikchemikalien zu schützen. Obwohl die festgestellten Risikosteigerungen moderat erscheinen, können sie auf Bevölkerungsebene erhebliche Auswirkungen haben. Angesichts der steigenden Asthmaraten bei Kindern sollten Eltern, Ärzte und Politiker diese Erkenntnisse ernst nehmen. Durch bewusste Produktauswahl und politische Regulierung lässt sich das Risiko für die nächste Generation deutlich reduzieren. Die Gesundheit unserer Kinder beginnt mit den Entscheidungen, die wir heute treffen.Newsletter abonnieren
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