Startseite

Rotklee gegen Hitzewallungen – Hilfe oder Hoffnung?

Andrea Peschitz 3 Min. Lesezeit 36. Juli 2025
Rotklee gegen Hitzewallungen – Hilfe oder Hoffnung?
Wenn nachts die Schweißausbrüche kommen und die Hitzewallungen den Tag zur Qual machen, greifen viele Frauen zu pflanzlichen Alternativen. Rotklee gilt als sanfte Lösung für die Beschwerden der...
Wenn nachts die Schweißausbrüche kommen und die Hitzewallungen den Tag zur Qual machen, greifen viele Frauen zu pflanzlichen Alternativen. Rotklee gilt als sanfte Lösung für die Beschwerden der Wechseljahre. Doch was ist dran an den Versprechungen der violetten Wiesenblume? Die Menopause bringt für etwa 85 Prozent aller Frauen unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen – die Liste der Beschwerden ist lang. Schuld daran ist der sinkende Östrogenspiegel, der das hormonelle Gleichgewicht durcheinanderbringt. Genau hier setzt die Hoffnung auf Rotklee an. Die unscheinbare Pflanze, die auf europäischen Wiesen wächst, enthält sogenannte Isoflavone. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem weiblichen Sexualhormon Östrogen und können an dieselben Rezeptoren im Körper andocken. Ihre Wirkung ist allerdings deutlich schwächer als die des körpereigenen Hormons. Die Theorie: Isoflavone könnten den Östrogenrückgang abmildern und so die Beschwerden lindern. Tatsächlich zeigen einige Studien positive Effekte. Iranische Forscher fanden heraus, dass Rotklee-Extrakt die Häufigkeit von Hitzewallungen reduzieren kann. Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Pflanze nicht nur bei klassischen Wechseljahresbeschwerden helfen könnte, sondern auch bei Krebspatientinnen, die durch ihre Therapie in eine vorzeitige Menopause geraten sind.

Zwischen Hoffnung und Skepsis

Die Studienlage ist jedoch alles andere als eindeutig. Während manche Untersuchungen positive Effekte beschreiben, bleiben andere Studien die Beweise schuldig. Die Verbraucherzentrale warnt sogar vor überzogenen Erwartungen: Bisher konnten keine eindeutigen Beweise für vorteilhafte Wirkungen vorgelegt werden. Ein Grund für die widersprüchlichen Ergebnisse liegt in der Komplexität der Wechseljahre selbst. Jede Frau erlebt diese Lebensphase anders, die Beschwerden variieren stark. Was der einen hilft, zeigt bei der anderen möglicherweise keine Wirkung. Zudem unterscheiden sich die Rotklee-Präparate erheblich in ihrer Dosierung und Zusammensetzung. Die Konzentration der Isoflavone schwankt je nach Produkt beträchtlich. Während ein Rotklee-Tee nur geringe Mengen enthält, können Kapseln und Extrakte deutlich höhere Dosen liefern. Diese Präparate sind jedoch umstritten, da die Sicherheit bei langfristiger Einnahme noch nicht abschließend geklärt ist.

Nebenwirkungen im Blick behalten

Besonders vorsichtig sollten Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko sein. Obwohl Rotklee-Isoflavone schwächer wirken als körpereigenes Östrogen, können sie dennoch hormonelle Prozesse beeinflussen. Experten raten daher zur Zurückhaltung, insbesondere wenn bereits eine Krebserkrankung vorliegt oder familiäre Vorbelastungen bestehen. Auch andere Nebenwirkungen sind möglich. Manche Frauen berichten von Magenbeschwerden oder Hautreaktionen. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können nicht ausgeschlossen werden. Vor der Einnahme von Rotklee-Präparaten sollte daher immer ein Arzt konsultiert werden. Die Forschung zu Rotklee und Wechseljahren steht noch am Anfang. Während die Grundidee durchaus plausibel erscheint, fehlen aussagekräftige Langzeitstudien. Viele Frauen schwören dennoch auf die Wirkung der Pflanze – sei es durch echte Effekte oder durch den Placebo-Effekt. Manchmal ist die Grenze zwischen beiden ohnehin fließend. Rotklee bleibt vorerst eine Option unter vielen für Frauen, die natürliche Alternativen zur Hormontherapie suchen. Doch wie bei allen Mitteln gilt: Die Erwartungen sollten realistisch bleiben und die Anwendung mit medizinischer Begleitung erfolgen.

Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Gesundheits-News direkt in dein Postfach.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Teilen

Ad Space