Startseite

Schokolade und Tee als natürliche Blutdrucksenker

Andrea Peschitz 3 Min. Lesezeit 422. Juni 2025
Schokolade und Tee als natürliche Blutdrucksenker
Ein Stück dunkle Schokolade zum Kaffee, eine Tasse grüner Tee am Nachmittag – was viele als kleine Genussmomente schätzen, könnte mehr sein als nur Gaumenfreude. Eine neue Metastudie zeigt: Bestimmte...
Ein Stück dunkle Schokolade zum Kaffee, eine Tasse grüner Tee am Nachmittag – was viele als kleine Genussmomente schätzen, könnte mehr sein als nur Gaumenfreude. Eine neue Metastudie zeigt: Bestimmte Pflanzenstoffe in Kakao und Tee können den Blutdruck messbar senken. Die Wirkung ist teilweise so stark wie die von Medikamenten.

Flavan-3-ole im wissenschaftlichen Fokus

Die Rede ist von Flavan-3-olen, einer Untergruppe der Flavonoide. Diese natürlichen Verbindungen stecken vor allem in dunkler Schokolade, grünem und schwarzem Tee, aber auch in Äpfeln und Trauben. Forscher analysierten für ihre im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Studie die Daten aus 145 randomisierten kontrollierten Studien – ein beachtlicher Datenschatz. Das Ergebnis überrascht selbst Experten: Die Pflanzenstoffe verbessern die Endothelfunktion so deutlich, dass sie als ergänzende Therapie bei Bluthochdruck diskutiert werden. Nicht als Ersatz für bewährte Medikamente, aber durchaus als wertvolle Unterstützung.

Was macht die Endothelfunktion so wichtig?

Das Endothel – eine hauchdünne Zellschicht an der Innenwand unserer Blutgefäße – ist weit mehr als nur Verpackung. Wie die Kardiologin Jayne Morgan erläutert, spiegelt seine Gesundheit die Elastizität der Arterien wider und zeigt an, wie gut diese ihre wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation erfüllen. Funktioniert es gut, bleiben die Gefäße geschmeidig und der Blutdruck stabil. Gemessen wird diese Funktion über die sogenannte flussvermittelte Dilatation. Schon eine minimale Verbesserung um ein Prozent kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 8 bis 13 Prozent senken – ein beeindruckendes Verhältnis von Aufwand und Nutzen.

Nicht jede Schokolade ist gleich

Doch Vorsicht: Nicht jede Schokolade und nicht jeder Tee liefert die gewünschten Flavan-3-ole. Entscheidend ist der Verarbeitungsgrad. Während dunkle Schokolade und unverarbeitete Tees reich an den Pflanzenstoffen sind, gehen diese bei starker industrieller Bearbeitung verloren. Die Ernährungsberaterin Michelle Routhenstein warnt vor diesem Effekt: Milchschokolade und aromatisierte Tees enthalten aufgrund der umfangreichen Verarbeitung und zugesetzten Inhaltsstoffe deutlich weniger dieser wertvollen Verbindungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil und zu purem grünen oder schwarzen Tee. Die Investition in Qualität zahlt sich buchstäblich für die Gesundheit aus.

Weitere natürliche Helfer im Blick

Flavan-3-ole sind nicht die einzigen Naturstoffe, die Herzspezialisten interessieren. Resveratrol aus Trauben, Curcumin aus Kurkuma und Berberin aus verschiedenen Heilpflanzen stehen ebenfalls im Fokus der Forschung. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Nüssen gelten bereits als etablierte Unterstützung für das Herz-Kreislauf-System. Doch Experten mahnen zur Vorsicht: Natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos. Berberin etwa kann mit blutverdünnenden Medikamenten und Statinen wechselwirken.

Ein ergänzender Baustein

Die Studienergebnisse sollten niemanden dazu verleiten, verschriebene Blutdruckmedikamente abzusetzen. Vielmehr zeigen sie, wie sich bewährte Therapien durch bewusste Ernährung unterstützen lassen. Ein Stück dunkle Schokolade oder eine Tasse grüner Tee können durchaus Teil einer durchdachten Behandlungsstrategie sein. Besonders Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck könnten von diesem Ansatz profitieren. Kombiniert mit anderen Lebensstiländerungen wie mehr Bewegung und weniger Salz, entsteht ein ganzheitliches Konzept – bei dem der Genuss nicht zu kurz kommt.

Newsletter abonnieren

Erhalte die neuesten Gesundheits-News direkt in dein Postfach.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Teilen

Ad Space