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Sommergrippe vs. klassische Erkältung: Warum der Unterschied über die richtige Behandlung entscheidet

Gernot Winteregger 5 Min. Lesezeit 38. Juli 2025
Sommergrippe vs. klassische Erkältung: Warum der Unterschied über die richtige Behandlung entscheidet
Viele Menschen sind überrascht, wenn sie mitten im Sommer plötzlich mit Husten, Schnupfen und Fieber zu kämpfen haben. Doch auch in der warmen Jahreszeit können sich Viren ausbreiten und für grippale...
Viele Menschen sind überrascht, wenn sie mitten im Sommer plötzlich mit Husten, Schnupfen und Fieber zu kämpfen haben. Doch auch in der warmen Jahreszeit können sich Viren ausbreiten und für grippale Infekte sorgen. Die sogenannte Sommergrippe unterscheidet sich jedoch in wichtigen Punkten von der klassischen Erkältung – und diese Unterschiede sind entscheidend für die richtige Behandlung und Genesung. Der Begriff "Sommergrippe" führt oft zu Verwirrung, denn trotz des Namens handelt es sich nicht um eine echte Grippe. Die Sommergrippe ist vielmehr ein grippaler Infekt, der durch andere Viren ausgelöst wird als die klassische Wintererkältung. Während die typische Erkältung meist durch Rhinoviren oder Coronaviren entsteht, sind bei der Sommergrippe hauptsächlich Enteroviren, insbesondere Coxsackie-Viren, die Verursacher. Diese Viren gedeihen besonders gut bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Ein wesentlicher Unterschied liegt bereits im Übertragungsweg: Während Erkältungsviren im Winter hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten übertragen werden, erfolgt die Ansteckung mit Sommergrippe-Viren häufig über den sogenannten fäkal-oralen Weg. Das bedeutet, dass die Viren über kontaminierte Hände, Oberflächen oder Nahrungsmittel in den Körper gelangen können. Die Sommergrippe ähnelt einer Erkältung und wird durch Coxsackie-Viren ausgelöst. Diese Übertragungsart erklärt auch, warum die Sommergrippe besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schwimmbädern schnell um sich greift.

Symptome: Was macht die Sommergrippe besonders?

Die Symptome einer Sommergrippe können durchaus denen einer klassischen Erkältung ähneln, weisen aber charakteristische Besonderheiten auf. Neben klassischen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber, Halsschmerzen, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sind auch Durchfall und Magenbeschwerden nicht selten. Genau diese Magen-Darm-Beschwerden sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur gewöhnlichen Erkältung. Die Inkubationszeit beträgt bei der Sommergrippe typischerweise ein bis zwei Wochen, was deutlich länger ist als bei den meisten Wintererkältungen. Charakteristisch für eine Erkältung im Sommer ist zudem ein eher schleichender Beginn mit vergleichsweise mildem Verlauf; eine echte Grippe beginnt meist plötzlich und ist durch einen schwereren Verlauf mit stärkeren Symptomen gekennzeichnet. Viele Betroffene berichten, dass die Symptome zunächst mit einem leichten Kratzen im Hals beginnen und sich dann langsam verstärken. Besonders tückisch ist, dass die Symptome oft mit einem Sommerschnupfen oder einer Allergie verwechselt werden können. Während allergische Reaktionen jedoch meist von Niesanfällen und tränenden Augen begleitet werden, stehen bei der Sommergrippe eher Halsschmerzen, Fieber und allgemeines Unwohlsein im Vordergrund. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist, dass die Beschwerden bei der Sommergrippe in der Regel zwischen einer und zwei Wochen andauern, während allergische Reaktionen oft länger anhalten oder nur bei Kontakt mit bestimmten Auslösern auftreten.

Behandlung: Weniger ist oft mehr

Die Behandlung der Sommergrippe folgt ähnlichen Prinzipien wie die Therapie einer klassischen Erkältung, erfordert aber aufgrund der anderen Virenart teilweise angepasste Maßnahmen. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika grundsätzlich wirkungslos und sollten nur bei bakteriellen Komplikationen eingesetzt werden. Stattdessen steht die symptomatische Behandlung im Vordergrund. Viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine schonende Ernährung bilden das Fundament der Therapie. Bei der Sommergrippe ist es besonders wichtig, den Flüssigkeitsverlust durch Fieber und eventuelle Magen-Darm-Beschwerden auszugleichen. Experten empfehlen, täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees zu trinken. Kamillen- oder Salbeitee können zusätzlich beruhigend auf gereizte Schleimhäute wirken. Bei Halsschmerzen haben sich warme Salzwassergurgellösungen bewährt, die mehrmals täglich angewendet werden sollten. Fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können bei Bedarf eingesetzt werden, sollten aber nicht automatisch bei jedem Temperaturanstieg verwendet werden. Oft beginnen die Symptome der Erkältungskrankheit eher langsam — zum Beispiel mit einem Kratzen im Hals. Bei grippalen Infekten ist man oft ein bis zwei Wochen lang krank. Wichtig ist, dass Betroffene sich ausreichend Zeit für die Genesung nehmen und nicht zu früh wieder voll aktiv werden. Da die Sommergrippe oft mit Magen-Darm-Beschwerden einhergeht, sollte die Ernährung entsprechend angepasst werden. Leichte, gut verdauliche Kost wie Zwieback, Bananen oder Reis sind empfehlenswert.

Vorbeugung: Hygiene ist der Schlüssel

Die Vorbeugung der Sommergrippe unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der Erkältungsprävention im Winter. Eine gute Vorbeugungsmaßnahme ist regelmäßiges gründliches Händewaschen, besonders nach dem Gang zur Toilette und vor dem Essen oder der Zubereitung von Speisen. Da die Übertragung häufig über kontaminierte Oberflächen erfolgt, ist eine konsequente Handhygiene noch wichtiger als bei der klassischen Erkältung. Besondere Vorsicht ist bei Klimaanlagen geboten, die paradoxerweise das Risiko einer Sommergrippe erhöhen können. Ungünstig sind auch Klimaanlagen - sie erhöhen die Gefahr, sich mit Enteroviren über eine Tröpfcheninfektion anzustecken. Zu starke Kühlung kann die Schleimhäute austrocknen und sie anfälliger für Vireninfektionen machen. Zugluft sollte grundsätzlich vermieden werden, besonders der abrupte Wechsel zwischen sehr warmen Außentemperaturen und stark klimatisierten Innenräumen. Ein starkes Immunsystem ist die beste Verteidigung gegen Sommergrippe-Viren. Durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde, ausgewogene Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) kann die körpereigene Abwehr gestärkt werden. Ausreichend Schlaf und Stressreduktion spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung. Da die Sommergrippe-Viren auch über verunreinigte Nahrungsmittel übertragen werden können, ist besonders bei warmen Temperaturen auf eine angemessene Lebensmittelhygiene zu achten. Bei Gemeinschaftsveranstaltungen oder in öffentlichen Schwimmbädern sollten zusätzliche Hygienemaßnahmen beachtet werden. Das Teilen von Gläsern, Besteck oder Handtüchern sollte vermieden werden. Nach dem Schwimmen ist eine gründliche Dusche empfehlenswert, um eventuelle Viren abzuspülen. Die Sommergrippe mag zwar meist milder verlaufen als eine klassische Erkältung, sie sollte dennoch ernst genommen und richtig behandelt werden. Mit dem Wissen um die Unterschiede zu einer gewöhnlichen Erkältung können Sie gezielt vorbeugen und im Erkrankungsfall die passenden Maßnahmen ergreifen. Nehmen Sie sich die Zeit für eine vollständige Genesung, denn nur so können Sie den Sommer wieder unbeschwert genießen und Ihren Körper vor Komplikationen schützen.

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