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Statine mit Nebenwirkungen? Warum Bempedoinsäure eine sanfte Alternative sein kann
Bernd Haubner 5 Min. Lesezeit 330. Juni 2025
Millionen Menschen weltweit nehmen Statine, um ihr Cholesterin zu senken und Herzinfarkten vorzubeugen. Doch während diese Medikamente zweifellos Leben retten, klagen viele Patienten über...
Millionen Menschen weltweit nehmen Statine, um ihr Cholesterin zu senken und Herzinfarkten vorzubeugen. Doch während diese Medikamente zweifellos Leben retten, klagen viele Patienten über Muskelschmerzen, Leberprobleme und andere Nebenwirkungen. Mit Bempedoinsäure steht nun eine vielversprechende Alternative zur Verfügung, die besonders für Statin-intolerante Patienten eine schonendere Option darstellt.
Statine und Nebenwirkungen: Wenn der Cholesterinsenker zum Problem wird
Statine gelten als Goldstandard in der Behandlung erhöhter Cholesterinwerte. Diese Medikamente hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion und senken nachweislich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch trotz ihrer lebensrettenden Wirkung sind Statine nicht für jeden Patienten geeignet. Die häufigsten Nebenwirkungen von Statinen betreffen die Muskulatur. In sieben bis 20 Prozent der Fälle kommt es durch Statine zu Muskelschmerzen, wobei die Angaben in verschiedenen Studien stark variieren. Bei 1 bis 10 von 100 Personen, die mit einem Statin behandelt werden, treten Muskelschmerzen besonders in den Beinen auf. Diese Beschwerden können symmetrisch auftreten und von allgemeiner Muskelschwäche begleitet werden. Besonders problematisch wird es, wenn aus Muskelschmerzen eine Rhabdomyolyse entwickelt – ein schwerwiegender Muskelzerfall. Das kommt nur sehr selten vor: schätzungsweise gibt es ein bis drei Fälle, wenn 100.000 Patienten ein Statin ein Jahr lang einnehmen. Dennoch ist diese Komplikation ernst zu nehmen und erfordert sofortiges Absetzen des Medikaments. Neben den Cholesterinsenker Muskelproblemen können Statine auch die Leber belasten. Erhöhte Leberwerte sind eine bekannte Nebenwirkung, die regelmäßige Kontrollen erforderlich macht. In seltenen Fällen berichten Patienten zudem über neurologische Symptome wie Gedächtnisprobleme oder Verwirrtheit.Warum entstehen Muskelprobleme unter Statinen?
Die Ursachen für statinbedingte Muskelprobleme sind komplex. Die cholesterinreduzierenden Medikamente beeinflussen tatsächlich Tausende von Genen in Muskelzellen – und behindern dadurch Zellwachstum und -teilung. Diese Erkenntnis aus der Forschung erklärt, warum manche Patienten unter Statinen an Muskelschwäche und Schmerzen leiden. Interessant ist jedoch, dass neuere Studien zeigen: Tatsächlich sind nur weniger als 10 Prozent der Muskelsymptome unter einer Therapie mit Statinen ursächlich auf die Statineinnahme zurückzuführen. Viele Beschwerden entstehen durch den sogenannten Nocebo-Effekt – die Erwartung von Nebenwirkungen verstärkt deren Auftreten. Dennoch bleibt das Problem der Statinunverträglichkeit real. Für Patienten, die unter Muskelschmerzen leiden oder andere Nebenwirkungen entwickeln, war die Suche nach Alternativen zu Statinen bislang schwierig.Bempedoinsäure: Ein neuer Weg in der Cholesterintherapie
Hier kommt Bempedoinsäure ins Spiel – ein Medikament, das zu einer neuen Arzneimittelklasse von Medikamenten zur Lipidsenkung gehört. Anders als Statine greift Bempedoinsäure an einer anderen Stelle der Cholesterinsynthese an: Bempedoinsäure hemmt das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das oberhalb der HMG-CoA-Reduktase, dem Angriffspunkt der Statine, an der Synthese von Cholesterin beteiligt ist. Diese unterschiedliche Wirkweise bringt entscheidende Vorteile mit sich. Da Bempedoinsäure nicht direkt in den Muskelzellen wirkt, verursacht sie deutlich seltener die gefürchteten Cholesterinsenker Muskelprobleme. Bempedoinsäure ist nicht primär als Zusatztherapie zum Statin, sondern als Alternative für Patienten mit Statinintoleranz entwickelt worden, erklärt Professor Landmesser, ein führender Kardiologe. Die Wirksamkeit von Bempedoinsäure wurde in mehreren großen Studien nachgewiesen. Es kommt zum Anstieg der LDL-Rezeptordichte der Leber und zu einem Abfall von LDL-Cholesterin im Serum. Gleichzeitig werden Non-High-Density-Lipoprotein-Cholesterin und Apolipoprotein B sowie das Gesamtcholesterin abgesenkt.Bempedoinsäure Nebenwirkungen: Was Sie wissen sollten
Auch neue Cholesterinsenker sind nicht ohne Nebenwirkungen. Bempedoinsäure führt häufig zu Hyperurikämie, Anämie und Schmerzen in den Extremitäten, gelegentlich zu Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Der Anstieg der Harnsäure ist dabei besonders zu beachten: Es kommt häufiger zu einem Anstieg an Harnsäure (um ca. 15 %), da Bempedoinsäure deren renale Ausscheidung hemmt. Für Gichtpatienten wäre sie also eher keine Option, da erhöhte Harnsäurewerte Gichtanfälle auslösen können. Patienten mit Nierenproblemen oder Gicht in der Vorgeschichte sollten daher besonders sorgfältig überwacht werden. Trotz dieser Lipidsenker Nebenwirkungen gilt Bempedoinsäure als deutlich muskelschonender als herkömmliche Statine. Die Häufigkeit von Muskelschmerzen ist unter Bempedoinsäure signifikant geringer, was sie zu einer attraktiven Option für statin-intolerante Patienten macht.Wer profitiert von der Statin-Alternative?
Bempedoinsäure eignet sich besonders für Patienten, die:- unter Statinen Muskelschmerzen oder Muskelschwäche entwickeln
- bereits mehrere Statine ohne Erfolg ausprobiert haben
- aufgrund von Nebenwirkungen ihre Statin-Therapie abgebrochen haben
- trotz maximaler Statin-Dosis ihre Cholesterinzielwerte nicht erreichen
Die Zukunft der Cholesterintherapie
Mit Bempedoinsäure steht erstmals seit langem eine echte Alternative zu Statinen zur Verfügung. Der neue Lipidsenker Bempedoinsäure schmückt sich mit dem Attribut „Sprunginnovation", wie Experten betonen. Diese Entwicklung bedeutet einen wichtigen Fortschritt für Millionen von Patienten, die bislang ihre Cholesterintherapie aufgrund von Nebenwirkungen abbrechen mussten. Dennoch ersetzen neue Cholesterinsenker nicht die bewährten Statine. Für die meisten Patienten bleiben Statine die erste Wahl, da ihre Wirksamkeit und Sicherheit durch jahrzehntelange Erfahrung belegt ist. Bempedoinsäure füllt vielmehr eine wichtige Lücke in der Behandlung von Patienten mit Statinunverträglichkeit.Fazit: Neue Hoffnung für statin-intolerante Patienten
Die Einführung von Bempedoinsäure markiert einen Wendepunkt in der Behandlung erhöhter Cholesterinwerte. Während Statine Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen und Leberprobleme verursachen können, bietet die neue Wirkstoffklasse eine schonendere Alternative mit deutlich geringerer Muskelbelastung. Wichtig ist jedoch: Brechen Sie niemals eigenmächtig eine Cholesterintherapie ab, auch wenn Nebenwirkungen auftreten. Sprechen Sie stattdessen mit Ihrem Arzt über Alternativen zu Statinen. Gemeinsam können Sie entscheiden, ob Bempedoinsäure für Ihre individuelle Situation geeignet ist. Die Behandlung erhöhter Cholesterinwerte bleibt ein wichtiger Baustein der Herzgesundheit. Mit den neuen therapeutischen Möglichkeiten müssen künftig deutlich weniger Patienten auf eine wirksame Cholesterinsenkung verzichten – ein echter Gewinn für die Präventionsmedizin. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt oder Kardiologen beraten, wenn Sie unter Ihrer aktuellen Cholesterintherapie leiden. Die Medizin hat heute mehr Optionen denn je, um Ihre Herzgesundheit zu schützen – ganz ohne quälende Nebenwirkungen.Newsletter abonnieren
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