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Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 verzeichnet in Deutschland einen starken Anstieg der Nutzung

Gernot Haubner 4 Min. Lesezeit 030. August 2026
Der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 verzeichnet in Deutschland einen starken Anstieg der Nutzung
Symbolbild (KI-generiert)
Immer mehr Menschen in Deutschland wählen die 116 117, um medizinische Hilfe außerhalb der Praxisöffnungszeiten zu erhalten. Eine aktuelle Umfrage verdeutlicht den Trend.

Der medizinische Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 gewinnt im deutschen Gesundheitswesen massiv an Bedeutung. Immer mehr Patientinnen und Patienten greifen auf diesen Service zurück, wenn Hausarztpraxen geschlossen haben und akute, aber nicht lebensgefährliche Beschwerden auftreten. Diese Entwicklung entlastet potenziell die Notaufnahmen der Krankenhäuser, stellt die beteiligten Koordinierungsstellen jedoch gleichzeitig vor logistische Herausforderungen. Wie die Erhebungen zum Thema 116 117 wird immer mehr genutzt verdeutlichen, wächst das Vertrauen in diese digitale und telefonische Erstanlaufstelle spürbar an.

Hintergründe des wachsenden Zuspruchs in der Bevölkerung

Der sprunghafte Anstieg der Anrufzahlen lässt sich auf verschiedene gesellschaftliche und strukturelle Faktoren zurückführen. Viele Menschen empfinden es als schwierig, kurzfristig Termine in regulären Praxen zu bekommen, oder wissen bei plötzlichen Krankheitssymptomen am Abend oder am Wochenende nicht, an wen sie sich wenden sollen. Die unkomplizierte Erreichbarkeit der Rufnummer rund um die Uhr bietet hier eine niederschwellige Orientierung. Zudem hat sich das Bewusstsein geschärft, dass nicht jedes gesundheitliche Problem sofort in einer zentralen Notaufnahme behandelt werden muss, wodurch die strukturierte medizinische Telediagnose und Vermittlung an Bedeutung gewinnt.

Experten betonen, dass die telefonische beziehungsweise digitale Ersteinschätzung ein zentrales Element darstellt, um die Dringlichkeit von Beschwerden korrekt zu klassifizieren. Werden Patienten frühzeitig an die passende Versorgungsebene verwiesen – sei es die geöffnete Bereitschaftspraxis, der Hausarzt am nächsten Tag oder im Ernstfall direkt der Rettungsdienst –, erhöht das die Sicherheit im medizinischen Alltag erheblich. Diese triageähnliche Steuerung trägt dazu bei, dass Ressourcen zielgerichteter eingesetzt werden und Überlastungen im stationären Sektor vermieden werden können.

Strukturelle Herausforderungen und politische Debatten

Die steigende Inanspruchnahme der Notruf- und Bereitschaftsnummer löst in der Gesundheitspolitik intensive Diskussionen über die künftige Ausrichtung der ambulanten Versorgung aus. Während einige politische Akteure und Interessenvertretungen grundlegende Reformen fordern, um die Erreichbarkeit rund um die Uhr flächendeckend zu garantieren, widersprechen andere Stimmen bestimmten Lösungsansätzen. So entbrannten kürzlich kontroverse Debatten, bei denen unter anderem Mediziner von APOTHEKE ADHOC betonen, dass finanzielle oder strukturelle Hürden nicht zulasten der Patientenversorgung gehen dürfen. Die Abstimmung zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen, Bundesländern und Krankenkassen bleibt ein komplexer Prozess.

Ein zentraler Streitpunkt betrifft die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Sektoren – von der telefonischen Beratung über den Fahrdienst bis hin zu den Notaufnahmen – noch enger verzahnt werden kann. Kritiker weisen darauf hin, dass ohne zusätzliche finanzielle Mittel und eine Aufstockung des medizinischen Fachpersonals die Qualität der Vermittlung langfristig leiden könnte. Befürworter von Reformen plädieren deshalb für integrierte Leitstellen, die alle Hilfsangebote unter einem Dach bündeln und somit Reibungsverluste minimieren.

Wichtige Aspekte bei der Nutzung des Bereitschaftsdienstes

Für Patientinnen und Patienten ist es wichtig zu wissen, wann die 116 117 die richtige Wahl ist und welche Vorbereitungen für das Gespräch hilfreich sind. Folgende Kernpunkte sollten im Bedarfsfall beachtet werden:

  • Erreichbarkeit: Die Nummer ist deutschlandweit kostenfrei und ohne Vorwahl erreichbar, sowohl Festnetz als auch Mobilfunk.
  • Einsatzbereich: Sie dient der Behandlung von Erkrankungen, mit denen man normalerweise zum Hausarzt gehen würde, deren Behandlung aber aus zeitlichen Gründen nicht bis zum nächsten Werktag aufgeschoben werden kann.
  • Vorbereitung: Halten Sie Ihre Krankenversichertenkarte sowie eine Liste aktueller Medikamente bereit, um dem medizinischen Personal präzise Angaben machen zu können.
  • Notfallabgrenzung: Bei lebensgefährlichen Symptomen wie starker Atemnot, plötzlichen Brustschmerzen oder Bewusstlosigkeit muss unverzüglich der direkte Notruf 112 gewählt werden.

Ausblick auf die künftige Entwicklung der Patientensteuerung

Die fortschreitende Digitalisierung wird die Arbeitsweise des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Neben dem klassischen Telefonat gewinnen Online-Plattformen und App-basierte Ersteinschätzungen zunehmend an Relevanz. Diese Technologien ermöglichen es, Beschwerden digital einzugeben und zeitnah eine qualifizierte Empfehlung zu erhalten. Damit greifen digitale Systeme auch in andere Bereiche der Terminvergabe über, was Parallelen zu Debatten aufwirft, wie sie aktuelle Studiendaten im Deutschen Ärzteblatt in einem breiteren Kontext aufzeigen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst eine unverzichtbare Säule im deutschen Gesundheitssystem darstellt. Durch die steigende Nutzung wird jedoch auch deutlich, dass kontinuierliche Investitionen in Personal, Technik und die Vernetzung der Akteure notwendig sind, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden und eine qualitativ hochwertige Versorgung zu jeder Tages- und Nachtzeit sicherzustellen.

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